Glossar

Verwirrendes Psychopuzzle

Haben Sie sich nicht auch schon im Labyrinth der verschiedenen Fachbegriffe verlaufen ? Haben Sie die vielen ähnlichen Psycho- Begriffe nicht auch schon verwirrt? Das folgende Glossar bringt vielleicht etwas Licht in die Sache:

 

Psychiater ist ein Facharzt für die Behandlung von psychischen Krankheiten. Er behandelt diese psychischen Krankheiten (z.B. Psychosen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen) je nach Schwerpunkt und Krankheitsbild mit psychotherapeutischen Methoden (Gespräch) und mit Medikamenten (z.B. Antidepressiva).

Facharzt für Psychotherapeutische Medizin ist die Facharztbezeichnung für einen Arzt, der Patienten mit psychischen Krankheiten behandelt, die manchmal auch in Verbindung mit körperlichen Krankheiten stehen können, also mit sogenannte psychosomatische Krankheiten. Er ist spezialisiert auf geeignete psychotherapeutische Methoden als Gespräch- oder Körpertherapie. Die Arbeitsbereiche des Psychiaters und des Facharztes für Psychotherapeutische Medizin überschneiden sich teilweise.

Der Neurologe im Kontrast behandelt “echte Nervenleiden”, z.B. Lähmungen, Hirntumoren oder Rückenmarkstumoren, Schlaganfälle, Multiple Sklerose. Der Nervenarzt ist ein Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. Er war früher der Hauptansprechpartner für “nervliche Leiden” jeglicher Art. Die Wissensfortschritte in beiden Fachgebieten (Neurologie und Psychiatrie) haben aber in den letzten 10 Jahren weitgehend zu einer Trennung dieser Fachgebiete geführt. Der Nervenarzt ist übrigens der umgangssprachlich nicht auszurottende “Neurologe” zu dem man früher ging, wenn man “nicht ganz richtig im Kopf” war.

Der psychologischer Psychotherapeut ist ein Psychotherapeut, der Psychologie studiert hat (nicht Medizin wie die vorgenannten). Er hat sich nach seinem Psychologiestudium auf die Psychotherapie spezialisiert. Er ist das jüngste Mitglied in den Reihen der Psychotherapeuten und wurde durch das überfällige Psychotherapeutengesetz 1998 auch zur Krankenkassenbehandlung zugelassen.

Psychosomatische Krankheiten sind Krankheiten, die sich seelisch als auch körperlich äußern (Psyche= Seele, Soma= Körper; kommt aus dem griechischen).

Psychoanalyse bezeichnet ein von Sigmund Freud entwickeltes psychotherapeutisches Verfahren. Dabei legen sich die Patienten auf eine Couch und erzählen dem Psychoanalytiker was ihnen einfällt. Der Analytiker umgekehrt versucht dann dem Patienten das Gesagte zu deuten und in einen sinnvollen Zusammenhang zu stellen.

Psychodelische Drogen sind Drogen die euphorische Zustände und Halluzinationen hervorrufen (z.B. LSD).

Psychosen bezeichnen bestimmte psychiatrische Erkrankungen, wie die Schizophrenie, bei welcher in der Akutphase beispielsweise Wahnsymptome auftreten können (z.B. Verfolgungswahn). Diese Erkrankungen müssen gerade in der Akutphase einer medikamentösen Behandlung zugeführt werden. Dadurch klingen diese Symptome in der Regel wieder rasch ab.

Psychologie ist die Lehre von den Erscheinungen und Zuständen des Seelenlebens. Wer Psychologie studiert wird nach dem Abschluß Diplompsychologe. Nur ein Teil der Psychologen spezialisiert sich anschließend im Rahmen der Psychotherapie. Viele Psychologen arbeiten zum Beispiel in der Forschung, in der Werbung, in der Wissenschaft oder als Verkehrspsychologe.

Psychopath bezeichnet eine Persönlichkeitsstörung (griechisch: Psyche = Seele und Pathos = Krankheit). Leider hat der Begriff abwertenden Charakter bekommen, so dass er umgangssprachlich nicht mehr verwendbar ist. Diese Abwertung täuscht aber über das Leiden hinweg, welches ein persönlichkeitsgestörter Mensch in sich selber trägt und manchmal auch anderen zufügen kann.

Psychopharmaka meinen alle Medikamente, die in irgendeiner therapeutischen Weise den seelischen Zustand eines Menschen beeinflussen können